Hans Lorenz 1927 - 1969

1927 Gründung und Genehmigung einer »Singschule« für Kinder beim Volkschor »Arion« (gegründet 1904) auf Antrag des Junglehrers Hans Lorenz am 12.04.1927.

1928 Es gibt bereits zwei Singschulklassen, geleitet von Lehrer Hans Lorenz und Hauptlehrer Max Braun.
1929 Gründung der ersten Instrumentalgruppe (»Geigenchor«).
1932 Es existieren nun sechs Singschulklassen, eingeteilt in unterschiedliche Altersgruppen.
1933 Übernahme der »Singschule« durch die Gemeinde Kolbermoor als »Sing- und Geigenschule« unter Bürgermeister Josef Fleischmann am 06.05.1933 und Erhebung eines Unkostenbeitrags von 20 Pfennig je Schüler.
Genehmigung durch die Regierung von Oberbayern als »Gemeindliche Singschule Kolbermoor« mit den beiden Hauptlehrern Hans Lorenz und Georg Müller als Singschullehrer.
1934 Hans Lorenz lernt bei einem Kindersingen Kiem Pauli kennen. Dieser bleibt der Singschule bis zu seinem Tode ein unvergessener Förderer.
Er gab Kolbermoor auch das heute noch schmückende Attribut »Singendes Dorf«.
1936 Die Gemeinde Kolbermoor erhält die Bezeichnung »Markt«. Somit darf sich die Singschule nun „Marktsingschule" nennen.
Auf Einladung von Kiem Pauli nehmen zwei Singschul- Gruppen beim Kindersingen in Burghausen am 9./10. Mai teil.
1937 Feier zum zehnjährigen Bestehen der Singschule mit Kiem Pauli.
Gründung und Auftritt einer Volkstanzgruppe unter Leitung von Pauline Thoma.
Von der Reichsmusikkammer anerkannte Musiklehrer erteilen 20 Schülern der Marktsingschule Gruppenunterricht in Kunst- und Volksmusikinstrumenten. Damit hatte Kolbermoor die erste und einzige Sing- und Musikschule im Kreis Rosenheim/Aibling. An der Singschule werden ca. 250 Schüler unterrichtet.
Gründung eines »Marktgemeindlichen Chores« für ehemalige Singschüler, die der (Kinder-)Singschule entwachsen waren, als »Chorabteilung der Singschule«. Wegen des Kriegsausbruchs konnte sich dieser Chor aber nicht mehr richtig entfalten. Als Ergebnis der Zusammenarbeit von Hans Lorenz mit dem Kiem Pauli wurden jetzt »Bairische Lieder«, die bislang eher dem Zwei- oder Dreigesang vorbehalten waren, auch dem vierstimmigen Chorgesang eröffnet. Dies hat die alpenländische Chormusik im deutschsprachigen Alpenraum nachhaltig beeinflusst.
1938 bis 1945 Erster Notbetrieb der Singschule unter der Leitung von Pauline Thoma und Georg Müller.
1946 Erster Nachkriegs-Auftritt eines Singschul-Ensembles (bestehend aus einem Sänger und vier Sängerinnen) beim Sportverein Kolbermoor.
1947 Bürgermeister Staudter erwirkt die Genehmigung zur Wiedererrichtung der Singschule.
Die Singschule hat sich wieder formiert und singt zum 25-jährigen Priesterjubiläum von Pfarrer Josef Birnkammer.
Erster Volksmusikabend der Marktsingschule zur 20-jährigen Wiederkehr ihrer Gründung.
1949 Am 17. Januar Gründung eines Ausschusses, der für die Organisation von Veranstaltungen und Ausflügen zuständig ist.
Am 5. April wird Kiem Pauli beim Frühjahrskonzert zum Ehrenmitglied der Marktsingschule ernannt.
1951 Erster Auftritt einer kleinen Singschulgruppe von acht Personen bei der europäischen Trachtenwoche in Neustadt/Holstein an der Ostsee.
1952 Feier zum 25-jährigen Singschuljubiläum.
Laut Hans Lorenz wurden in diesen 25 Jahren ca. 800 junge Menschen musikalisch geschult.
1954 Wegen des angeschlagenen Gesundheitszustandes von Hans Lorenz übernimmt Rudolf Kreidt auf vier Jahre den Singschulchor.
1955 Aufführung eines Fackeltanzes am Marktplatz zur Sonnwendfeier.
1956 Kiem Pauli besucht das Frühjahrssingen auf dem Singschulplatz. Damals prägte er den heute noch gerne zitierten Satz:
»l ziahg mein Huat vor eurer Jugend und euren Lehrern, ihr Kolbermoorer; nirgends in Oberbayern wird so viel musiziert wia bei euch!«
1962 Der Singschulchor und eine Volksmusikgruppe produzieren unter dem Titel »Adventsingen mit alpenländischen Liedern und Musiken« die erste Schallplatte in der Singschulgeschichte.
1963 Am 1. September wird die Marktgemeinde Kolbermoor zur Stadt erhoben.Selbstverständlich nennt sich die ehemalige Marktsingschule nun stolz »Stadtsingschule« und nimmt auch an der Gestaltung des Festabends und des Festzuges teil.
1964 Zwei Jahre nach der ersten Schallplatte entsteht eine weitere mit dem Titel »Musik und Lieder aus dem Alpenland«.
1969 Nach 40 Jahren prägender Aktivität legt Hans Lorenz sein Amt als Singschulleiter nieder.


